Wolfssichtung bei Großenhain

Dieser Wolf wurde am 04.03.2016 bei Weßnitz in der Nähe von Großenhain (Landkreis Meißen) gesichtet.
Dieser Wolf wurde am 04.03.2016 bei Weßnitz in der Nähe von Großenhain (Landkreis Meißen) gesichtet.
Foto: S. Blüher

Am vergangenen Freitag, den 04. März 2016, wurde am Morgen bei Weßnitz in der Nähe von Großenhain (Landkreis Meißen) ein Wolf gesichtet und fotografiert. Das Tier überquerte die Straße, blieb kurz stehen und lief dann weiter. Am selben Tag gab es etwas später, etwa 2 km östlich bei Göhra eine weitere Sichtung, bei der es sich wahrscheinlich um dasselbe Tier handelte. Das Geschlecht konnte nicht erkannt werden. Vermutlich handelte es sich bei dem Wolf um ein abwanderndes Jungtier. Junge Wölfe verlassen in der Regel mit 1 bis 2 Jahren ihr elterliches Territorium auf der Suche nach einem eigenen Revier, um dort eine eigene Familie zu gründen. Dabei können sie hunderte Kilometer zurücklegen, weshalb Wölfe regelmäßig auch außerhalb von bestätigten Wolfsgebieten gesichtet werden.

Die dem Ort der Sichtung am nächsten gelegenen, bestätigten Wolfsvorkommen sind das Königsbrücker Heide- und das Laußnitzer Heide-Rudel, deren Territorien sich in den Landkreisen Meißen und Bautzen befinden. Auch im Norden, im Bereich von Schraden bzw. der Ruhlander Heide (Land Brandenburg) ist ein Rudel bestätigt. Darüber hinaus gibt es in der Gohrischheide aktuell vermehrt Nachweise von Wölfen, der Status (Einzelwolf, Wolfspaar o. Rudel) konnte dort aber im Rahmen des Wolfmonitorings noch nicht abschließend geklärt werden.

Ob der bei Großenhain gesichtete Wolf in der Gegend bleibt oder weiter wandert, bleibt abzuwarten. Tierhalter in der Region sollten die Sichtung jedoch zum Anlass nehmen, die Schutzvorkehrungen für ihre Schafe und Ziegen bzw. Gatterwild zu überprüfen und ggf. zu verbessern. Auch für durchwandernde Wölfe können unzureichend geschützte Nutztiere eine leichte Beute darstellen.

Zum präventiven Schutz haben Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im gesamten Freistaat Sachsen die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen zu 80% der Nettokosten fördern zu lassen. Bei Fragen zum Thema Wolf, zum präventiven Herdenschutz oder zur Meldung von
Wolfshinweisen (z.B. Kot, Spuren oder Sichtungen) wenden Sie sich bitte an Ihr Landratsamt oder an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772 / 46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de).




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