Jahrestreffen der sächsischen Wolfsbetreuer in Neustadt

16. bis 17.11.2015
Foto: NABU

Bereits kurz nach den ersten Meldungen über die spontane Rückkehr einzelner Grauwölfe nach Sachsen begannen vor über zehn Jahren einige NABU-Mitglieder aus der „Lausitzregion“, sich einen Standpunkt über das von Anfang an spannende und unter den regionalen Landnutzern (Jäger, Landwirte, Schäfer, private Kleintierhalter) teilweise kontrovers diskutierte Thema zu erarbeiten.Insbesondere wollten sich die sächsischen Verbandsmitglieder das nötige Fachwissen aneignen, um als solider Ansprechpartner für die vielen mit dieser Entwicklung verbundenen Fragen wahrgenommen zu werden. Denn die regional aktiven Mitglieder, die inmitten der „Einwanderungsgebiete“ leben, wohnen und arbeiten und meist schon langjährig als Naturschützer aktiv sind, werden meist als erste mit den Unsicherheiten ihrer Nachbarn konfrontiert.

Den Befürchtungen und Vorurteilen gegenüber den für die heutige Generation (noch) unbekannten Rückkehrern sollte demzufolge mit fundierten Fakten und sachlichen Hinweisen zum Umgang mit der ungewohnten Herausforderung begegnet werden – und mit der überzeugend übermittelten Botschaft, dass man die Wiedereinwanderung des „Beutegreifers Wolf“ als eine Bereicherung der heimatlichen Natur werten sollte.
So war es nur folgerichtig, dass – zunächst über rein private Initiative der sächsischen NABU-Mitglieder – der Kontakt zu den Experten gesucht und mit dem in Neustadt an der Spree ansässigen „LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland“ auch bald gefunden wurde. Vertreter der NABU-„Lausitzgruppen“ waren folgerichtig auch unter den Teilnehmern der von LUPUS durchgeführten ersten Schulung der Artenschutz-Sachkundigen für den Wolf. Bis heute gehören sie zum „harten Kern“ der ehrenamtlichen Wolfskundigen.

Inzwischen hat sich das jährliche „Wolfsbetreuer-Treffen“ in Neustadt zu einer guten Tradition entwickelt, die für beide Seiten – sowohl für die Organisatorinnen Gesa Kluth und Ilka Reinhardt als auch für den größer gewordenen Kreis der sachkundigen Praktiker – eine willkommene Gelegenheit zur Wissensvermittlung, aber auch zum angeregten Erfahrungsaustausch bietet.
Das beweist auch das volle und äußerst abwechslungsreiche Programm der knapp zweitägigen „Jahrestreffen der geschulten Personen“. Neben Berichten und Vorträgen der „Experten“ sowie der Ehrenamtler zur aktuellen Entwicklung der Wolfspopulation in Sachsen, in Deutschland sowie international werden neue wissenschaftliche Methoden und Ergebnisse zum Monitoring und zur Nachweisbewertung vorgestellt und diskutiert.
Bedingt durch die Themenfülle war es 2015 erstmalig nicht mehr möglich, die mehrstündige Exkursion ins Lausitzer Wolfsgebiet durchzuführen.
Für die sehr gute Qualität dieser Schulungen spricht, dass seit kurzem auch die professionellen bzw. hauptamtlichen Wolfsbeauftragten der sächsischen Landratsämter in Neustadt geschult werden.
Den Organisatorinnen von LUPUS und ihrem Team, die all dies als zusätzliche Aufgabe in ihrer Freizeit absichern, sei an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön ausgesprochen!




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