Thüringer Wölfin kommt aus der Lausitz

NABU-Probe klärt Herkunft vom Thüringer Wolf
Foto: S.Böttger | LAG Wolf des NABU Thüringen

Beim NABU ist die Freude groß. Die Herkunft des schon im Mai 2014 vom NABU fotografierten Wolfes am Rande des Standortübungsplatzes "Gotha-Ohrdruf" ist endgültig geklärt. Laut DNA-Analyse handelt es sich um eine aus dem Spremberger Rudel in der Lausitz stammende Wölfin (Fähe). Sie ist über die sächsische Region um Zwickau nach Thüringen eingewandert. Dort konnten schon am 30.März 2014 Fellhaarproben durch das Wildbiologische Büro Lupus gesichert werden.

„Nach unserem Bildnachweis im Mai sind wir losgegangen und haben die Gegend um Ohrdruf systematisch nach Fellhaar- und Kotproben abgesucht“, so Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe (LAG) Wolf im NABU Thüringen. „Wir gehen davon aus, dass sich das Tier schon länger bei uns aufhält und weiterhin aufhalten wird.“ Seit Mai sind rund um den Standortübungsplatz immer wieder frische Spuren zu finden – jüngst vom 20.September 2014. Der NABU Thüringen geht mittlerweile davon aus, dass es sich um mindestens einen territorial agierenden Wolf handelt. „In den nächsten fünf Jahren ist damit zu rechnen, dass weitere Wölfe den Weg nach Thüringen finden“, schätzt Tamás. Wichtig sind jetzt die systematische Erfassung und die kontinuierliche Entnahme von Proben in der Region. Ein regelhaftes Monitoring zu Wolfsvorkommen in Thüringen - wie es die LAG Wolf des NABU Thüringen bereits am Standortübungsplatz initiiert - fehlt bislang. Hierbei erwartet der NABU auch weiterhin die Unterstützung und die Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Stellen.

Durch die Abwanderung der Jungtiere gelingt dem Wolf, was andere Arten wie der Luchs nicht schaffen: die eigenständige Rückkehr in die Lebensräume, wo er einst ausgerottet wurde. Durch Forschungsprojekte mit satellitengestützten Sendern konnte nachgewiesen werden, dass Wölfe innerhalb eines halben Jahres 1500 Kilometer vom Ausgangspunkt abwandern können.




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