Großer Wurf im Daubaner Rudel

10 der 13 Welpen des Daubaner Rudel.
10 der 13 Welpen des Daubaner Rudel.
Foto: Spreefotograf Karsten Nitsch

In diesem Jahr konnte im Daubaner Rudel bereits Ende Juli der Nachweis von Welpen erbracht werden. Aufnahmen einer automatischen Wildkamera (Fotofalle) zeigten sechs Welpen. In der vergangenen Woche gelang es einem Jäger und Hoppyfotografen nun im Revier des Daubaner Rudels 13 Welpen gleichzeitig zu filmen.Für Wölfe in freier Wildbahn ist dies ein ungewöhnlich großer Wurf, bisher sind in Sachsen meist 4 bis 8 Welpen je Wurf nachgewiesen worden. Aus anderen Ländern sind jedoch auch Wurfgrößen von 10 Welpen bekannt. Bei der großen Welpenanzahl ist es denkbar, dass es sich auch um zwei Würfe, z.B. von der Daubaner Wölfin und einer ihrer Töchter, handeln könnte. Das Wolfsmonitoring im Daubaner Revier soll diesbezüglich in dem laufenden Monitoringjahr Klarheit bringen. Vor allem das Sammeln und Auswerten von genetischen Proben (u.a. frischer Wolfskot) steht hierbei im Fokus.

In Sachsen wurden bereits in den letzten Jahren Mehrfachwürfe nachgewiesen, z.B. im Fall der besenderten Wölfin „Marie“ (FT7) im Milkeler Rudel (Kontaktbüro berichtete).

In der Regel leben Wölfe in Kleinfamilien, bestehend aus den beiden Elterntieren mit ihren Nachkommen. Die meisten Jungtiere wandern im Alter von 1-2 Jahren ab. Einzelne Individuen können aber auch drei Jahre und länger in ihrem Elternrudel bleiben. Gelegentlich kommt es vor, dass in einem Rudel mehr als ein Wurf Welpen aufgezogen wird. Die Wissenschaftler sind sich einig, dass die Grundlage dafür eine hohe Nahrungsverfügbarkeit ist. Ist genügend Nahrung für alle vorhanden, werden auch ältere Nachkommen im Territorium länger geduldet. In solchen Fällen kann es dazu kommen, dass z.B. eine bereits erwachsene Tochter ebenfalls Welpen aufzieht.

Kommt es häufig zum Wechsel der Elterntiere, zum Beispiel aufgrund von natürlicher Mortalität, Verkehrsunfällen oder illegaler Bejagung, kann dies das Auftreten von Mehrfachwürfen ebenfalls begünstigen. Wenn der Vaterrüde eines Rudels umkommt und durch einen neuen männlichen Wolf ersetzt wird, kann sich dieser bei ausreichender Nahrungsgrundlage theoretisch sowohl mit der Fähe des Rudels als auch mit einer erwachsenen Tochter verpaaren.
Welche Situation im Daubaner Rudel gegeben ist, soll durch das laufende Monitoring geklärt werden.




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