Tag des Wolfes am 30. April 2014

NABU-Analyse: Wolfsmanagement nur in Sachsen und Brandenburg vorbildlich

150 Jahre nach seiner Ausrottung ist der Wolf wieder nach Deutschland zurückgekehrt. In den mittlerweile 14 Jahren seiner Rückkehr hat der Wolf es schon in sechs Bundesländern geschafft, wieder dauerhaft Fuß zu fassen – Tendenz steigend. Anlässlich des bundesweiten „Tag des Wolfes“ am 30. April 2014 hat der NABU das Wolfsmanagement der Bundesländer bewertet. Er vergibt in seiner Bewertung ein „Grün“ nur an die Bundesländer Sachsen und Brandenburg. Hier wurden bereits die Weichen für das Miteinander von Mensch und Wolf gestellt. Die Öffentlichkeitsarbeit für den Wolf in Sachsen wird vom NABU besonders positiv bewertet. Es gibt bereits seit 2004 ein eigenes Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“, das der Bevölkerung, den Medien und Behörden über aktuelle Wolfsvorkommen Auskunft gibt und Informationen für Nutztierhalter bereitstellt. Im Jahr 2009 wurde der Wolfsmanagementplan veröffentlicht, erarbeitet unter Einbezug zahlreicher Akteure, u. a. auch des NABU. Zudem sind in den Landratsämtern und im Staatsbetrieb Sachsenforst mehr als 30 Wolfsbeauftragte und Rissgutachter tätig.

Bernd Heinitz, Landesvorsitzender des NABU Sachsen, würdigt die sehr gute Erarbeitung und Umsetzung des sächsischen Wolfsmanagementplanes. „Monitoring und Forschung, Öffentlichkeitsarbeit sowie Schadensprävention und -begutachtung sind beispielhaft für andere Bundesländer.“ „Aber auch der NABU Sachsen braucht sich mit seinen Aktivitäten nicht zu verstecken“, so Bernd Heinitz weiter. Die Palette ist umfangreich. Sie umfasst eine deutsch-polnische Broschüre „Interview mit dem Wolf“ für Kinder, Infomaterial für Schulen, zwei viel beachtete Fachtagungen und die zugehörigen Tagungsbände. Ein großes Lob gebührt auch den durchweg ehrenamtlich tätigen 24 Wolfsbotschaftern des NABU im Freistaat. Sie verfügen über Erfahrungen in der Spurensuche, Spurenvermessung, Losungsanalyse und dem Verhalten bei Wolfssichtungen. Das in jährlichen Schulungen gewonnene Wissen geben die Wolfsbotschafter in Vorträgen, an Aktionstagen und auf Infoständen weiter und werben für ein tolerantes Miteinander von Mensch und Wolf.

Der NABU rief 2013 erstmals den 30. April zum „Tag des Wolfes“ aus. An diesem Tag endet das offizielle Wolfsjahr, bei dem durch das Wolfsmonitoring alle wissenschaftlichen Daten gesammelt werden, um Erkenntnisse über das Leben freilebender Wölfe in Deutschland zu erhalten. Mit zahlreichen Aktionen wirbt der NABU auch in diesem Jahr deutschlandweit in der Öffentlichkeit für die Akzeptanz der freilebenden Wölfe.




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