Es ist nicht immer der Wolf!

Hund tötet Hund

Das Rätsel um den in einer Tierpension in Hoyerswerda getöteten Hund ist gelöst. Die DNA-Untersuchungen haben ergeben, dass die Dogo-Canario-Hündin „Honey“ aus dem Nachbargehege die Täterin war. Das sagt ein genetisches Gutachten, so Frank Meyer, Sprecher des Sächsischen Umweltministeriums.Dabei war sich doch der untersuchende Tierarzt Dr. med. vet. Peter Bresan, selbst passionierter Jäger, sicher: „Ich habe keinen Zweifel, dieser Hund wurde eindeutig von einem Wolf getötet“. So war es noch vor einigen Tagen in den Gazetten zu lesen.

Dazu Ina Ebert vom NABU Sachsen: „Von einem Tierarzt und Jäger wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass Zurückhaltung geübt wird, zumindest solange, bis das Ergebnis der genetischen Untersuchung vorliegt. Vielen engagierten Waidgenossen hat Herr Bresan damit einen ‚wölfischen‘ Bärendienst erwiesen.“

Für Unverständnis sorgt derzeit auch eine Mitteilung des Landesjagdverbandes. Auf dessen Internetseite ist unter dem Titel „Wolfsmonitoring der sächsischen Jäger startet“ zu lesen, dass Jäger und Revierpächter gebeten werden, an den zuständigen Behörden vorbei Beobachtungen im Zusammenhang mit den Wolfsvorkommen zu erfassen und diese Daten nur noch ausschließlich dem Jagdverband zu übermitteln. Versprochen wird außerdem, dass der Landesjagdverband die Daten NICHT weiterreichen wird. Eine solche Vorgehensweise ist kontraproduktiv und nicht sachdienlich.

Monitoring und Forschung zum Wolfsvorkommen in Sachsen
Seit vielen Jahren liegt die Kernkompetenz für Monitoring und Forschung zum Wolfsvorkommen in Sachsen beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), dem Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und dem Wildbiologischen Büro LUPUS. Das Wolfsmonitoring dient der Überwachung des Erhaltungszustandes der Wolfspopulation. Neben dem Erheben und Auswerten von belastbaren Daten (u. a. Spuren, Kot, Risse), um Informationen zur Populationsgröße und -verbreitung zu bekommen, laufen auch telemetrische Untersuchungen zu Raumnutzung und Migrationsverhältnissen der Wölfe sowie Studien zur Nahrungsökologie und zu Verwandtschaftsverhältnissen der Wölfe. Unterstützend wirken hierbei geschulte Personen aus den Landratsämtern, dem Staatsbetrieb Sachsenforst und ehrenamtliche Naturschützer des NABU mit. Grundlage ist der Managementplan für den Wolf im Freistaat. Statt noch ein Parallelmonitoring zu starten, wäre es sinnvoller, wenn sich der Jagdverband in das laufende Monitoring aktiv einbringt.




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