NABU-Wolfsbotschafter trafen sich in Görlitz

Wölfe im Nochtener Wolfsrevier gesichtet
Gruppenbild der Wolfsbotschafter in Görlitz vorm Humboldthaus
Gruppenbild der Wolfsbotschafter in Görlitz vorm Humboldthaus
Foto: Klemens Karkow

Tagebaulandschaft Nochten. Foto: Exkursion in der Wolfsregion Spremberg mit Markus Bathen. Foto: Sven Möhring Spurenexkursion ins Nochtener Gebiet. Foto: Ina Ebert Exkursion Königsbrücker Heide. Die Wolfsbotschafter waren mit dem Bus im Gebiet unterwegs. Foto: Lutz Runge Exkursion Nochten. Im Abstand weniger Sekunden queren am Mittag drei Wölfe den Weg. Foto: Jos de Bruin

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Am 26. Januar 2013 trafen sich im Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz 120 Wolfsbotschafter aus fast allen Bundesländern zu ihrer Jahrestagung, um sich über den Stand aktueller Wolfsforschungsergebnisse zu informieren und über ihre aktive Arbeit als Wolfsbotschafter zu berichten. Mit dabei waren Wissenschaftler vom Senckenberg Museum, das gesamte Team Wolf des NABU und Wolfsbotschafter aus Sachsen. Exkursionen führten am Sonntag in vier Wolfsgebiete. Die Teilnehmer der Nochtener Exkursion sichteten vier Wölfe.

Exkursionen führten am Sonntag in vier Wolfsgebiete - nach Nochten, Spremberg, in die Königsbrücker Heide und in die Niederschlesische Heide nach Polen. Im Pulverschnee wurden in allen Exkursionsgebieten mehrfach Wolfsspuren gefunden. Besonders beeindruckend war für die 20 Teilnehmer der Nochtener Exkursion nach einer ersten Wolfssichtung direkt an der Bundesstraße B 156 zwischen Weißwasser und Boxberg die Sichtung weiterer drei Wölfe, die den Hermannsdorfer Radweg querten. Gegen 12 Uhr liefen in ungefähr 200 Metern Entfernung mit kurzem Sichtkontakt drei Wölfe über den Weg. Auch für Lothar Andrä, den Vorsitzenden der NABU-Gruppe Naturschutz Belgershain/ Otterwisch im sächsischen Muldental und Ina Ebert von der NABU-Landesgeschäftsstelle war es ein faszinierendes Erlebnis. Einige Exkursionsteilnehmer konnten das überraschende Ereignis fotografieren. Für Stephan Kaasche, der die Wolfsbotschaftergruppe durch die Tagebauregion führte und ständig in den Lausitzer Wolfsgebieten unterwegs ist, war es die 25. Wolfssichtung. Seine jahrelangen Erfahrungen in der Spurensuche, Spurenvermessung, Losungsanalyse und dem Verhalten bei Wolfssichtungen gab er an diesem Tag gern an die Wolfsbotschafter weiter. Das gewonnene Wissen werden die Wolfsbotschafter nun in Vorträgen, an Aktionstagen und auf Infoständen weitervermitteln und für ein tolerantes Miteinander von Mensch und Wolf werben.

NABU-Wolfsbotschafter engagieren sich ehrenamtlich, halten Vorträge, klären über den Wolf auf, leiten Wolfshinweise (Wolfsichtungen, Fährten, Kot, Risse) an zuständige Stellen weiter und helfen mit, dem Wolf das dauerhafte Überleben in Deutschland möglich zu machen. Bewerbungen als Wolfsbotschafter im Projekt „Willkommen Wolf“ kann man an den NABU richten.

Neunzehn Wolfsrudel bzw. –paare und 4 territoriale Einzelwölfe gibt es zurzeit in Deutschland. Aktuell leben dreizehn Wolfsfamilien oder -paare in der Lausitz; acht davon in Sachsen (Daubitz, Nochten, Milkel, Niesky, Dauban, Seenland, Königsbrücker Heide und Hohwald). Vier Territorien (Welzow, Zschorno, Lieberose und Seese) befinden sich im brandenburgischen Teil der Lausitz. Das Spremberger Rudel hat sein Territorium sowohl auf brandenburgischem als auch auf sächsischem Gebiet. Das Hohwaldrudel (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) wurde erstmals im Dezember 2012 nachgewiesen.
Seit der Rückkehr des Wolfes gab es fast 60 Totfunde (allein 35 im Straßenverkehr und 15 illegal getötete Tiere).




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