Bleibt der Wolf vom Jagdrecht verschont?

Frischer Wind in der Diskussion

Leipzig. Der NABU sieht sich durch die aktuellen Äußerungen innerhalb der Staatsregierung zum einen in seiner Position bestätigt: Der Wolf und alle anderen streng geschützten Arten, beispielsweise Birkhuhn, Seeadler und Fischotter, gehören nicht ins Jagdrecht. Zum anderen jedoch ist für den NABU nicht nachvollziehbar, dass über das neue Jagdgesetz und die Verordnung „Liste der jagdbaren Tierarten“ getrennt diskutiert werden soll.Als Bestätigung seiner Arbeit wertet der Naturschutzbund Deutschland die Nachricht, dass innerhalb der Staatsregierung keine Einigkeit über die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht besteht. Der NABU hat in der Diskussion stets den Standpunkt vertreten, dass das Naturschutzgesetz den Erhalt der besonders schützenswerten Arten umfassend regelt. Landesvorsitzender Bernd Heinitz: „Die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht wäre so sinnvoll wie die Aufnahme der Banane.“
Die Anhörung des Umweltausschusses im Juni 2011 hat die Fragwürdigkeit der Pläne von Umweltminister Kupfer verdeutlicht: Sieben der acht geladenen Experten rieten mit kaum widerlegbaren Argumenten von dem Vorhaben ab.
Den nun bestehenden Abstimmungsbedarf innerhalb der Regierungsfraktionen nimmt der NABU zum Anlass, um erneut zu appellieren: „Der intensive Dialog mit den Verbänden und der Bevölkerung ist nun notwendiger denn je. Wir stehen nach wie vor allen Parteien als Gesprächspartner bereit“, so Bernd Heinitz.

Als fatal bezeichnet der NABU hingegen die Loslösung der Entscheidung über die Verordnung „Liste der jagdbaren Tiere“ von der parlamentarischen Diskussion um das neue Jagdgesetz. Gesetz und Verordnung sind untrennbar verbunden. Es ist unredlich, über das eine im Parlament abzustimmen und über das andere den Mantel des Schweigens zu hüllen. Bernd Heinitz: „Die Regierung sollte auch hier – wie zum Beispiel bei der Erarbeitung des Managementplans – demokratisch vorgehen und mit der sächsischen Öffentlichkeit über Jagdgesetz und Verordnung im Paket zu sprechen. Ich kann Minister Kupfer nur empfehlen, bei der derzeitig ‚stürmischen Wetterlage‘ die Verordnung unter keinen Umständen im Stillen zu beschließen.“




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