Buchpräsentation lockte zahlreiche Interessierte an

Elli Radinger: „Wolfsküsse – Mein Leben unter Wölfen“
Foto: Ina Ebert

Kurz nach Ladenschluss begann am 15. November 2011 um 20.15 Uhr die gemeinsame Veranstaltung von Lehmanns Buchhandlung und dem NABU Sachsen. Zu Gast in Leipzig waren Elli Radinger, die sich seit vielen Jahren für den Schutz und Erhalt wild lebender Wölfe engagiert, und Stephan Kaasche, Naturführer und Wolfsexperte aus der Lausitz. 70 wissbegierige Besucher lauschten den spannenden Passagen aus Elli Radingers neuem Buch „Wolfsküsse – Mein Leben unter Wölfen“.

Schon seit 1975 besucht die Autorin regelmäßig den Yellowstone-Nationalpark, nimmt an Forschungsprojekten teil und ist fasziniert von der Natur vor Ort und den Bären, Kojoten und Bisons. Eine ganz besondere Beziehung hat sie zu den Wölfen. Deren Verhalten in der Wolfsfamilie, ihre Fürsorge und Loyalität beeindrucken sie immer wieder aufs Neue. Die Entscheidung, ob sie ihren ersten Praktikumsplatz zur Verhaltensforschung bei Wölfen antreten könnte, trafen übrigens die Wölfe: Der Wolfsforscher Dr. E. Klinghammer hatte ihr eingeschärft, bei der ersten Begegnung kein Make-up und keinen Schmuck zu tragen und den Wölfen niemals direkt in die Augen zu starren. Eine weitere Voraussetzung war absolute Gesundheit. Sie bestand die „Prüfung“ durch die Wölfe.

Für weiteres Staunen bei den Zuhörern sorgte ihr Bericht von Rinder- und Schafherden in Yellowstone, die nicht wie bei uns von Herdenschutzhunden, sondern von Lamas zuverlässig geschützt werden. Ihre bloße Anwesenheit und ihr ungewohntes Aussehen schrecken Wölfe ab. Für Heiterkeit sorgte die Beschreibung des Toilettengangs in der wilden Natur. Bei der Schilderung, wie man sich vor einem Bären retten könnte, herrschte atemlose Stille. Während der Buchlesung wurden Filmaufnahmen eingeblendet.

Stephan Kaasche leitete die Zuhörer dann direkt nach Sachsen weiter und berichtete über die hier sowie die in Brandenburg und Polen lebenden Wolfsfamilien. Er hatte ebenfalls Wolfsfotos und Verbreitungskarten dabei, und trotz fortgeschrittener Zeit vermochte auch er die Zuhörer mit seinen Erzählungen noch mit auf die Reise zu nehmen. Zu guter Letzt packte er Wolfslosung aus seinem Gepäck und erklärte den Gästen, was man daraus alles „lesen“ kann. Im Anschluss informierte Ina Ebert vom NABU Sachsen noch über die Aktion „Bananen ins Jagdrecht“, die ins Leben gerufen wurde, um darauf aufmerksam zu machen, wie sinnlos es ist, den Wolf, eine streng geschützte Tierart, ins Jagdrecht aufzunehmen.
Nach drei Stunden war die spannende Veranstaltung beendet, viele Gäste verließen die Buchhandlung mit interessanten NABU-Materialien über den Wolf und dem Buch „Wolfküsse“, darin eine kleine Widmung von Elli Radinger.

Elli Radinger stellte ihr neues Buch 'Wolfsküsse. Mein Leben unter Wölfen' vor.  Foto: Ina Ebert Zahlreiche Besucher kamen am 15.11.2011 in die Buchhandlung Lehmann. Foto: Ina Ebert Frau Lautenbacher von Lehmanns und Autorin Ellli Radinger. Foto: Ina Ebert Stephan Kaasche, Naturführer in der Wolfsregion Lausitz und freier Mitarbeiter im Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz, gab dem Publikum einen Überblick über die Situation der Wölfe in Deutschland und hatte diverses Anschauungsmaterial dabei. Foto: Ina Ebert Herr Kaasche beantwortete auch Fragen zu den sächsischen Wolfsvorkommen. Foto: Ina Ebert


Das könnte sie auch interessieren!

Der NABU ist der Überzeugung, dass die Entscheidung zur Entnahme eines Wolfes durch das Landratsamt Bautzen und das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft im Widerspruch zur Rechtslage des Bundesnaturschutzgesetzes (BnatSchg) steht (§45). Deshalb erwägen wir derzeit, den Rechtsweg zur Klärung der juristischen und sachlichen Zulässigkeit in diesem Fall zu beschreiten. Eine Strafanzeige gegen die Person des Umweltministers und des Landrates, wie sie von anderen Personen offenbar eingereicht wurde, ist nach der gegenwärtigen Einschätzung des NABU nicht zielführend, um Rechtsverstöße im Rahmen des BnatSchg zeitnah klären zu können. ...mehr

NABU Sachsen: Kritik an Genehmigung des SMUL zum Abschuss eines Wolfes

Wolfstötung ist völlig ungeeignetes Mittel zum Schutz von Nutztieren

Wie das sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft am Freitag, dem 27.10.2017 mitteilte, ermöglicht es dem Landratsamt Bautzen die Entnahme eines Wolfes aus dem Rudel Rosenthal. Damit kann ein Tier dieser Wolfsfamilie erschossen werden. Der NABU kritisiert die Entscheidung als fachlich unbegründet sowie rechtlich nicht haltbar. Zudem liegt keine fachliche Einschätzung der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) vor. In diesem von den Bundesländern selber geforderten Zentrum beurteilen die führenden Wolfsexperten Deutschlands u. a. nötige Eingriffe in den Wolfsbestand. ...mehr

Heulen Wölfe bald rund um Bischofswerda?

NABU-Bischofswerda und Kontaktbüro-Wölfe in Sachsen laden zur Infoveranstaltung

Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie die Integration des Wolfes in unsere Natur. Die neu gegründete Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland in Bischofswerda (NABU-BIW) hat daher das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ aus Rietschen eingeladen um mehr Informationen über die letzten Jahre mit den Wölfen in der Oberlausitz und speziell im Raum Bischofswerda zu erhalten. ...mehr

NABU Sachsen | Impressum | Verwendete Literatur



©(2015) NABU-Landesverband Sachsen

StartseiteAktuellesSituation in SachsenWolf und JagdrechtWolf und MenschPolitische Arbeit
Positionspapiere

Publikationen
Infomaterial
Der Wolf macht Schule
Newsletter Wolf