5. Wolfstag in Rietschen

Der Wolf gehört nicht ins Jagdrecht!
Foto: Klaus-Henning Groth

Am 23. Juli stand der Erlichthof Rietschen zum 5. Male ganz im Zeichen des Wolfes und bot ein vielfältiges Programm für alle, die Interesse an der Natur und speziell am Wolf haben, für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Viele Fachleute standen Rede und Antwort rund um den Wolf, der in der letzten Zeit zunehmend zum Politikum geworden ist.

Kurz vor dem Wolfstag hatte der sächsische Landesjagdverband den NABU, bislang einer der Hauptsponsoren, angegriffen, weil dieser den Wolfstag in diesem Jahr nicht mehr finanziell unterstütze. Was so dem Kreis Görlitz an finanziellen Mitteln für den Wolfstag fehle, wolle der Jagdverband zuschießen, versprach der Präsident des Landesjagdverbandes Knut Falkenberg. Wieso der Jagdverband sich gerade jetzt plötzlich für den Wolfstag interessiert, liegt auf der Hand. In den letzten Jahren hat den Verband das Wohl des Wolfstages herzlich wenig gekümmert. Jetzt aber, vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht, braucht man positive Schlagzeilen, will Interesse am Schutz des Wolfes signalisieren.
Ob letztendlich überhaupt Mittel geflossen sind oder ob es sich bei dem von Knut Falkenberg gegebenen Versprechen nur um eine PR-Initiative gehandelt hat, wird sich zeigen. Denn schon zwei Tage nach der Ankündigung des NABU (Reaktion auf das unsinnige Vorhaben des sächsischen Umweltministers, den Wolf dem Jagdrecht zu unterstellen) haben die anderen Wolfstag-Partner (IFAW, GzSdW, Freundeskreis frei lebender Wölfe) den Fehlbetrag beglichen.

Aber der NABU war natürlich trotzdem beim Wolfstag mit dabei. Zum einen präsentierten die engagierten ehrenamtlichen Mitstreiter der Regionalgruppe Weißwasser einen Stand, zum anderen hatte der NABU-Bundesverband eine Demo organisiert. Thema: Wolf und Jagdrecht. Die dabei vertretene Position ist: Nicht jagdbare Arten haben nichts im Jagdrecht zu suchen! Denn es werden, auch wenn der Wolf keine Jagdzeit bekommt, einige Paragrafen des Jagdgesetzes für ihn Gültigkeit erlangen. Und diese sind für Tierarten gedacht, die bejagt werden dürfen. In diesen Wirren aus Schutz- und Nutzregelungen würde der Umgang mit dem Wolf (wie auch für andere Tierarten die im Jagdrecht stehen und nicht bejagt werden dürfen) für Jäger, Naturschützer, Wissenschaftler, Landwirte, Kommunalpolitiker und jeden Bürger unnötig schwierig, das heißt die vom sächsischen Landesjagdverband gewünschte Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz wäre weder für den Wolf noch für das Wolfsmanagement von irgendeinem Vorteil – das wurde auch beim diesjährigen Wolfstag in Rietschen deutlich.

Interview mit NABU-Wolfsexperte Markus Bathen




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