Naturausstattung der Königsbrücker Heide einzigartig

Wölfe könnten für biologisches Gleichgewicht sorgen

Die Ankunft zweier Wölfe in der Königsbrücker Heide, unserem größten sächsischen Naturschutzgebiet und anerkanntem internationalem Vogelschutz- und FFH-Gebiet, sorgt derzeit für Schlagzeilen in der Presse. Die Wölfe, im Mai 2011 durch Aufnahmen einer automatischen Fotofalle gesichtet, könnten in der Königsbrücker Heide gute Bedingungen für eine dauerhafte Ansiedlung finden.Der ehemalige Truppenübungsplatz umfasst ein beinahe unzerschnittenes Gebiet mit einer Fläche von 7000 Hektar, davon sind 5000 Hektar als Totalreservat ausgewiesen. Ein Reservat dieser Größe gibt es derzeit sonst nirgendwo in Deutschland. Weite Abschnitte fast unberührter Natur und unterschiedlichster Biotoptypen, ein fast 50 km langes unverbautes Wassernetz der Pulsnitz und ihrer kleinen Nebengewässer, Sümpfe und Niedermoorstandorte, Weichholzauen, aber auch Sandmagerrasen und Zwergstrauchheiden, die auf den durch den militärischen Übungsbetrieb freigelegten Rohböden entstanden, sind bereits Heimat für Seeadler, Kranich, Wiedehopf, Biber und Fischotter geworden.
Die Größe des Naturschutzgebietes entspricht zwar nicht dem Flächenbedarf eines Wolfsrudels, das mindestens 20.000 Hektar als Lebensraum benötigt, doch durch absolutes Betretungs- und Jagdverbot haben sich im Naturschutzgebiet die Schalenwildbestände gut entwickelt, dadurch wären durchaus auch die Voraussetzungen für ein Kerngebiet und eine ungestörte Reproduktionsstätte eines Wolfsrudels gegeben. Mit der Anwesenheit der Wölfe käme es idealerweise zugleich zu einer Sicherung des biologischen Gleichgewichts im Naturschutzgebiet.

Derzeit strebt der Sächsische Jagdverband intensiv an, eine Aufnahme des streng geschützten Wolfs in das sächsische Jagdrecht durchzusetzen. Gegen dieses Vorhaben wenden sich Naturschützer und Wolfsfreunde bereits seit einigen Wochen mit der Aktion „Bananen ins Jagdrecht“. Denn eine geschützte Art ins Jagdrecht aufnehmen zu wollen, erscheint ebenso unsinnig, wie Bananen ins Jagdrecht zu übernehmen.
Bitte unterstützen auch Sie die Aktion des NABU gegen die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht! Werden Sie aktiv! Fordern Sie unsere Aktionspostkarten an und sammeln Sie Unterschriften oder leisten Sie ihre Unterschrift unter www.NABU-Sachsen.de sowie unter Facebook.




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