Situation in Sachsen Situation in Sachsen


Mehr als ein Jahrzehnt ist es her, dass polnische Wölfe in der Lausitz sesshaft geworden sind. Seitdem wurde für ihre Akzeptanz und ihren Schutz Wichtiges erreicht; nach wie vor bleibt aber auch noch viel zu tun. Eines ist jedoch sicher: Die Frage, ob die polnischen Einwanderer in der Lausitz eine Gastrolle geben würden oder nicht, kann heute klar beantwortet werden: Die Population ist relativ klein und noch nicht stabil, doch die Wölfe sind auf dem Vormarsch; auf 20 Prozent der Landesfläche Sachsens muss mit ihrem Auftauchen gerechnet werden.


Entwicklung der Wolfspopulation in der Lausitz

Nachdem 1904 bei Hoyerswerda der letzte Wolf Deutschlands erlegt worden war, gab es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts so gut wie keine Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen im Gebiet des heutigen Sachsen. Erst nach dem 2. Weltkrieg tauchten wieder vereinzelt aus Polen eingewanderte Tiere auf, die ebenfalls geschossen wurden.

1998 wurden von Revierförstern auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz zwei, im Jahr 2000 sogar sechs Wölfe beobachtet, Eltern und Jungtiere. Erstmals seit der Ausrottung der Wölfe in Deutschland waren wieder Wolfswelpen in freier Natur geboren worden, und auch in der Folgezeit zogen die beiden Elterntiere jedes Jahr Welpen auf. Schließlich waren im Dezember 2011 in der Lausitz insgesamt neun Rudel und ein Paar heimisch, davon hatten sechs ihr Territorium im sächsischen Teil der Lausitz, eins lebte sowohl auf sächsischem als auch auf brandenburgischem Gebiet. Eine Übersicht über die Entwicklung der Wolfspopulation in Sachsen und Brandenburg findet man auf den Seiten des Kontaktbüros Wolfsregion Lausitz . Außerhalb der Lausitz konnten bisher in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Hessen Wölfe nachgewiesen werden. Den von der EU geforderten guten Erhaltungszustand hat die Lausitzer Wolfspopulation noch nicht erreicht, doch ihre Erfolgsgeschichte spricht für die erfreuliche Tatsache, dass Wölfe in Sachsen noch Lebensräume finden können, die für sie geeignet sind.

Die Entwicklung der Population wird aufmerksam begleitet. Seit 2002 ist in Sachsen ein vom Wildbiologischen Büro LUPUS realisiertes Wolfsmanagement etabliert. 2009 legte das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft den Managementplan für den Wolf in Sachsen vor, der den Umgang mit dem Wolf umfassend regelt. Er war zuvor in beispielhafter Weise von rund 40 Institutionen und Verbänden diskutiert und verabschiedet worden.

Auf www.wolfsregion-lausitz.de finden sie ausführliche Informationen zur Situation der Wölfe in Sachsen.




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