NABU zeigt Wolf „Pumpak“ im Video

Agressives Verhalten nicht zu erkennen

Am 19. Januar 2017 gab Sachsens Landesregierung den Lausitzer Wolf „Pumpak“ zum Abschuss frei. Unmittelbar danach äußerten Naturschutzverbände schärfste Kritik an diesem Beschluss. Nun zeigen Filmaufnahmen, wie dieser Wolf durch einen Lausitzer Garten läuft. Von aggressivem Verhalten keine Spur. NABU-Wolfsexperte Markus Bathen lebt mit seiner Familie ebenfalls in Quolsdorf, dem Ort der Wolfsichtung. Er bestätigt, dass der Wolf „Pumpak“ kein sicherheitsrelevantes Verhalten zeigt , aus dem sich begründen lässt, dass er getötet werden soll. Allerdings sollte er genau beobachtet und vergrämt werden. Das Gebot der Stunde wäre also eine Besenderung.

Kuchen oder Rehe? Der Duft von frisch gebackenem Kuchen durchzieht am Morgen des 19. Januar den Garten von Sandra K. im kleinen Lausitzer Dorf Quolsdorf. Zum Abkühlen steht er vor ihrer Haustür, vorsorglich hat sie ihre gefräßigen Ziegen und Katzen eingesperrt. Beim Blick durch das Küchenfenster erblickt sie ein vorbeihuschendes Tier. Nachbars Hund? Dann die überraschende Entdeckung. Auf ihrem nichteingezäunten Hofgelände steht ein Wolf. Als sie auftaucht erschrickt der Wolf und zieht sich sofort Richtung Feld zurück. In einigem Abstand folgt Sandra K. dem Wolf, und ihr gelingt ein kurzes Handy-Video. Angst hat Sandra K. nicht. Im Gegenteil, sie freut sich darüber, endlich einmal einen Wolf gesehen zu haben und meint: „Abschießen muss man den Wolf meinetwegen nicht!“

Inzwischen hat Markus Bathen Kotfunde von „Pumpak“ ausgewertet und damit nachgewiesen, dass der Speiseplan von „Pumpak“ nicht nur aus Äpfeln und Kuchen, sondern auch aus Rehen besteht. Er geht also wie seine Artgenossen auf die Jagd. Aus dem polnischen Wolfsmonitoring ist jedoch bekannt, dass Pumpak im Welpenalter in Polen von Menschen gefüttert wurde. Damit zu begründen sind wohl auch seine Leibesfülle und sein Name – im polnischen: der Fette. Er lebt allein, in einer Nische zwischen vier Wolfsterritorien. Die häufigsten Sichtungsmeldungen kamen aus der Gegend um Teicha und Quolsdorf. Es gibt viele Berichte von Menschen, die das Tier aus einem Fahrzeug oder aus dem Haus heraus beobachtet haben. Zeigen sie sich dann dem Wolf, zieht er sich unmittelbar zurück. Dabei sind die Menschen oft erstaunt, dass sich der Wolf auf so kurze Distanz annähert. Das erklärt sich dadurch, dass Wölfe einen Menschen in einem Fahrzeug oder Haus nicht als solche wahrnehmen. Aber fest steht: In keiner der beschriebenen Situationen hat sich der Wolf offensiv oder aggressiv gegenüber den Menschen gezeigt.




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